Griechisch

Bildungsziele

Der Altgriechisch-Unterricht ermöglicht direkten Zugang zur griechischen Literatur, Philosophie, Kunst und Wissenschaft. Die Beschäftigung mit den Ursprüngen der europäischen Kultur lehrt, Vergangenheit und Gegenwart kritisch und differenziert zu beurteilen.

Der Grammatikunterricht vermittelt ein fundiertes Wissen in griechischen und deutschen Sprachstrukturen sowie in Linguistik. Er regt zum Nachdenken darüber an, wie Sprache funktioniert, und fördert so die Kompetenzen in der Muttersprache und in Fremdsprachenallgemein. Der griechische Wortschatz erleichtert wesentlich den Zugang zu den Wissenschaftssprachen.

Die Lektüre griechischer Originaltexte erfordert die Interpretation anspruchsvoller Texte. Die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der Griechen zu Sinn und Wert des menschlichen Lebens leistet einen wichtigen Beitrag zur ethischen Bildung. Das Übersetzen fördert präzisen Sprachgebrauch und analytisches Denken, zentrale Fertigkeiten für wissenschaftliches Arbeiten.

Beispiele aus dem Unterricht

Der griechische Wortschatz lebt in Fremdwörtern und vielen Fachsprachen weiter. Im Griechischunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Wörter und Wortteile kennen, dank deren sie die Bedeutung vieler Fremdwörter erschliessen können.

Während der Sprachlernphase befassen sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur intensiv mit griechischen und deutschen Sprachstrukturen, sondern setzen sich auch mit berühmten Mythen auseinander oder machen erste Lernerfahrungen mit rhythmisierter Sprache. Ein erstes Experimentieren mit Jamben legt Grundlagen für das metrische Lesen später im Literaturunterricht und fördert einen lustvollen Umgang mit Sprache: Anna Glünz, A4a, HS 18/19, liest ihr Gedicht «Herakles und die Rinder des Geryoneus».

Fast alle Literaturgattungen wurden von den Griechen entwickelt und in ihren wesentlichen Grundzügen ausgeprägt. Die Schülerinnen und Schüler erweitern und vertiefen im Literaturunterricht ihr Textsorten-Wissen. Sie setzen sich intensiv mit den Textinhalten aus antiker und moderner Perspektive auseinander: Wie und warum leben Gedanken, literarische Texte oder Werke aus der darstellenden Kunst der Griechen in der Moderne weiter? Was macht sie so aktuell, dass sie heute immer wieder in der Literatur, im Theater oder Film aufgegriffen werden? Diese Frage lässt sich beispielhaft an Homers Ilias und ihrem Weiterleben im Film «Troy» zeigen. Die griechische Literatur regt zudem die Schülerinnen und Schüler zu einer persönlichen Interpretation und Stellungnahme an und zum kreativen Schaffen eigener Rezeptionsbeispiele: Manga-inspiriertes Filmplakat zur Aristophanes-Komödie «Die Vögel» von Armanda Weibel, 2011.

In der profilspezifischen Woche lernen die Klassen vor Ort die Stätten kennen, an denen Griechen wie Sokrates, Perikles, Solon oder Euripides gewirkt haben und sich das alltägliche oder kultische Leben in der Antike abgespielt hat. Sie setzen sich mit der griechischen Architektur, Geschichte, Kunst und Kultur von der Antike bis in die Gegenwart auseinander.

Lehrpersonen Fachschaft Griechisch

Julia Dohrenbusch, Ruth E. Harder, Antonia Lüthy Haerter, Gabriela Trutmann