Custom image
INTERN
Slideshow Image 1 Slideshow Image 2 Slideshow Image 3 Slideshow Image 4 Slideshow Image 5 Slideshow Image 6 Slideshow Image 7 Slideshow Image 8

Medientipp Woche 3



 




Winkler, Philipp
Hool : Roman
Berlin : Aufbau, 2016
311 S.
WINK
Mann ; Freundschaft ; Aussenseiter

Buchtipp von Johannes Auchli (W6l)

Philipp Winkler beschreibt in seinem Buch «Hool» das bemitleidenswerte Leben des 21-jährigen Heiko Kolbe. Dieser lebt zwischen zwei Familien. Einerseits seine normale Familie, mit der er so wenig wie möglich zu tun haben will und aus deren Haus er auch schon lang ausgezogen ist. Seine Mutter ist abgehauen, als er ein Kind war, sein Vater ist ein alter Alkoholiker und seine Schwester, die einzige Person der Familie, die er mag, lebt mit ihrem Ehemann ein langweiliges Leben.
Auf der Gegenseite steht seine «Hooligan Familie» bestehend aus seinen Freunden Kai, Jojo und Ulf, mit welchen er seine gesamte Zeit verbringt. Als eingefleischte Hannover-96-Fans schlagen sie sich regelmässig mit den Hools der rivalisierenden Klubs, stets angeführt von Heikos Onkel Axel.
Heiko lebt in einem abgelegenen Haus bei einem Mann, der sein Geld mit illegalen Tierkämpfen verdient. Er selbst verdient sein Geld als Angestellter des Fitnessstudios von Axel, welches hauptsächlich als Umschlagplatz für Anabolika und Sonstigem dient. Doch auch in dieser Familie läuft es nicht perfekt. Seine Freunde wenden sich langsam wegen anderen Interessen vom Hooliganleben ab, doch Heiko hat nichts Anderes.
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Heiko geschrieben. Der Leser erlebt dessen Leben hautnah, sei es bei den Schlägereien oder den Auseinandersetzungen mit seinem Vater. Die Geschichte seines Lebens wird nicht chronologisch erzählt, sondern langsam durch Rückblenden und Zeitsprünge wie ein Puzzle aufgebaut. Besonders auffallend ist die sehr vulgäre Umgangssprache, die Winkler verwendet. Das Buch handelt jedoch nicht nur von dem stumpfen Thema der Hooligans, sondern auch von der Perspektivlosigkeit und der Wut eines jungen Mannes.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Nach anfänglicher Verwirrung über die verschiedenen Geschehnisse fiel es mir immer leichter diese einzuordnen. Die Geschichte von Heikos Leben ist eigentlich sehr traurig, doch es finden sich viele witzige Passagen im Buch. Die vulgäre Umgangssprache machte das Buch sehr angenehm zum Lesen. Ich fühlte mich gefesselt von den Ereignissen der momentanen Geschichte, einige Rückblendungen empfand ich jedoch eher als störend und langweilig und als Behinderung des Leseflusses.