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Die Platzgestaltung von Christoph Haerle

Die Realisierung des Kunst-am-Bau-Projekts von Christoph Haerle im Aussenraum der Kantonsschule Zürich Nord dauerte insgesamt zwei Jahre. Eingeladen wurde Haerle im Zusammenhang mit der 1995 realisierten Aula-Erweiterung. Die Aula wurde, wie auch der Haupttrakt, durch den Architekten Tobias Gersbach gebaut. Dieser hatte ursprünglich eine Grünfläche mit Zugangsweg zur Aula geplant. Im Gegensatz dazu brachte Haerle die Idee einer integralen Platzgestaltung ein. Er wollte zwischen den bestehenden Gebäuden eine Verbindung, einen Ort der Begegnung schaffen – eine Idee, mit welcher der Bildhauer und Architekt schliesslich auch Erfolg hatte. So gestaltete Haerle im wahrsten Sinne des Wortes den gesamten Platz aus, er war also auch für die Bänke, Geländer, Stahlgefässe und Bepflanzungen verantwortlich. Die auffälligste Intervention innerhalb dieser Platzgestaltung sind sicherlich die roten, filigran und metallisch wirkenden Quader an der Aussenfassade der Kantonsschule Zürich Nord. Der Künstler selbst nennt sie «eine Art Verhängnis», denn diese wohlverstanden vollen Betonvolumen werden alleine durch die Zugkraft der gespannten Stahlseile gehalten. Bei den auf den ersten Blick chaotisch platzierten Regenrinnen auf dem Asphalt nahm Christoph Haerle das Thema der Asymmetrie und Unregelmässigkeit auf. Jede Regenrinne verläuft in einem eigenen, diagonalen Raster, indem sich die einzelnen Rinnen jeweils genau um sechs Meter abgrenzen. Anders gesagt verlaufen diese Elemente in einzelnen Bahnen und wiederholen sich alle sechs Meter. Trifft die erste Bahn nun auf eine Fassade, so wird die Restdistanz automatisch auf die zweite Bahn übertragen. Ein strenges System, das sich jedoch zu einem wilden und lebhaften Spiel entwickelt.
aus: Nicolas Vionnet, in: impuls – Jahresbericht der Kantonsschule Oerlikon, 2011/12.